Donnerstag, 3. September 2009

Vreni goes social....

...oder auch "Viaje solidario a Santiago del Estero"!
Da die Universidad Austral, an der ich mein Auslandssemester absolviere eine katholische Hochschule ist und wir einen eigenen Priester an der Uni haben, wird einmal im Jahr eine freiwillige Reise mit sozialem Hintergrund organisiert. Katholisch wie es sich gehört, gibt es dann auch zwei verschiedene Projekte, damit Jungs und Mädels auch brav getrennt unterwegs sind.
Letzten Mittwoch ging es los, wir haben uns spät abends am Busbahnhof von Rosario getroffen um mit dem Nachtbus in das etwa 800km entfernte Santiago del Estero zu fahren. Donnerstag früh dort angekommen, wurde gleich mit Frühstück im Pfarrheim auf uns gewartet, wo wir 20 Mädels in einem Saal gemeinsam dann auch bis Sonntag geschlafen haben. Kaum dass wir uns unserer Sachen entledigt und notdürftig unsere Schlafplätze hergerichtet haben, sind wir auch schon zu Fuß die 30 Blöcke losgegangen, bis wir an einer Kapelle am Rande der "Slums" angelangt sind. Diese Kapelle sollte dann auch für die darauf folgenden 3 Tage unser Tätigkeitsort sein. Wir haben den dazugehörigen Aufenthaltsraum neu gestrichen und verschiedene Aktivitäten für die Familien - vor allem die Kinder - aus dem Viertel organisiert. Aber das Wichtigste, nämlich mit den Familien in Kontakt zu treten, kam zuerst. In Kleingruppen sind wir von "Haus" zu "Haus" gelaufen...die Häuser waren aber mehr Baracken von etwa 10 m², in denen teilweise Familien von 15 Personen gewohnt haben...ohne sanitäre Anlagen versteht sich! Gäbe es die Schulspeisung nicht, würden die Leute hier erbarmungslos verhungern, Arbeit haben die meisten nicht, und wenn doch, dann geht das wenige Geld das sie haben für die meist alkoholsüchtigen Männer drauf. In den wenigen Tagen haben wir insgesamt etwa 100 Familien besucht und sie für unser Nachmittagsprogramm eingeladen. Nach oder auch während den Besuchen im Viertel hat ein Teil von uns den Aufenthaltsraum der Kapelle neu gestrichen. Die Kleiderspenden, die wir aus Rosario mitgebracht haben, haben wir also nachmittags unter die Leute gebracht...von denen die meistens nocht nicht einmal Socken oder Schuhe anhatten. Für die Kranken gab es eine Ärztin unter uns, und ansonsten haben wir uns mit den Kinderscharen beschäftigt. Der Abschluss des Abends war dann immer ein gemeinsamer Gottesdienst. Und bei so viel Armut kann man sich dann schon manchmal fragen, warum die Leute doch so gläubig sind; aber man sieht, dass sie für das wenige, was sie haben dankbar sind....und die größte Freude konnten wir einer Familie machen, weil 2 Kinder im Grundschulalter noch getauft werden konnten und wir sogar passende Kleider auftreiben konnten! Auf jeden Fall kann man nicht von der Armut wegsehen und für diese paar Tage haben wir den Leuten unsere Aufmerksamkeit geschenkt und zugehört und ihnen allein schon dadurch geholfen....wie ich hoffe! Sonntag Abend sind wir dann völlig geschafft von den langen und anstrengenden Tagen in der Winterhitze von etwa 40°C täglich wieder in den Nachtbus gestiegen und Montag Vormittag nach Rosario zurück gekehrt....das nächste Abenteuer sollte hier schon wieder anstehen...mehr dazu im nächsten Post,
eure Vreni

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