Freitag, 11. September 2009

Entdeckungstour durch Rosario

Da schon mal das WM-Qualifikationsspiel zwischen Argentinien und Brasilien in Rosario stattfinden sollte, hat sich das vergangene Wochenende ganz besonders für einen Besuch angeboten. Gesagt, getan.....erst recht, da ich ja zwei Eintrittskarten besorgen konnte....stieg Tina letzten Freitag nach der Uni in Buenos Aires in den Bus Richtung Rosario. Leider hatte dieser ne Panne und so kam sie nicht wie geplant kurz nach meinen Vorlesungen, sondern erst kurz vor Mitternacht hier an. Da in der WG der anderen Intercambios (internationale Studenten so wie ich) aber eine Party im Gange war, und Freitag Nacht mit den Mädels aus unserem Studiengang zum Weggehen reserviert war, sind wir dort nach unserem Mitternachtsmahl ganz nach dem Motto "je später der Abend, desto schöner die Gäste" aufgetaucht. In Argentinien geht man ja sowieso frühestens gegen 2 Uhr nachts erst in die Bars, Clubs und Diskotheken. Und so sind wir dann gegen halb 3 Uhr mit dem Taxi in "die" Disko Rosario´s aufgebrochen. Fast 2 Monate konnte ich mich also dagegen wehren eine Disko zu betreten, aber diese Nacht bin ich nicht ausgekommen. Bis etwa 4 Uhr sind wir dort tanzenderweise dann noch geblieben, und dann haben Tina und ich die restlichen etwa 20 Mädels weiterfeiern lassen und sind nach Hause. Bis Mittag in Ruhe geschlafen, sind wir den Samstag recht gemütlich angegangen, haben das Frühstück übersprungen und was Leckeres zu Mittag gekocht. Dann haben wir uns mit Lauri getroffen - die schon die Reise nach Santiago del Estero organisiert hatte - um mit ihr und einigen Anderen in das Armenviertel von Rosario zu gehen. Ausgerüstet mit Lutscher und Süßigkeiten für die Kinder sind wir dort wieder von Haus zu Haus gezogen, haben mit den Familien gesprochen und die Kinder zur nahe gelegenen Kapelle eingeladen. Literweise Trinkschokolade vorbereitet, hat jedes Kind weitere Süßigkeiten und "Kaba" bekommen. Und schon war es wieder Abend....so sind Tina und ich zurück in die Wohnung, haben uns was Warmes angezogen, die Eintrittskarten für das Spiel geschnappt und sind mit dem Taxi so nah es ging ans Stadion gefahren. Mit dem Menschenmassen sind wir dann den nächsten Kilometer weitergelaufen und haben uns auf dem Weg noch eine argentinische Flagge bei den Straßenverkäufern besorgt. Dann hieß es stundenlang warten...bis wir im Stadion waren und bis das Spiel endlich begonnen hat. Zugegebenermaßen hat die argentinische Mannschaft echt schlecht gespielt...vor allem die Pässe waren abenteuerlich, und so war es dann auch kein Wunder, dass die brasilianische Mannschaft gewonnen hat :(! Die Stimmung in Rosario bei all den Leuten, die aus dem ganzen Land hierher gekommen sind, war demnach wirklich nicht so rosig. Bedrückt haben alle Leute das Stadion verlassen, und alle Taxis waren natürlich belegt, so sind Tina und ich etwa 1 Stunde Richtung Stadtmitte gelaufen, bis wir für die letzten Blöcke doch noch ein Taxi erwischt haben. Nach einem kurzen Schlummertrunk bei mir ums Eck sind wir dann müde ins Bett, ein anstrengender Sonntag sollte uns ja erwarten. Für Sonntag hatte ich nämlich eine kombinierte Fahrrad-Kajak-Tour durch die Stadt gebucht. Sebastián ist mit uns per Radl also sämtliche Sehenswürdigkeiten abgefahren und hat uns die entsprechenden Hintergrundinformationen dazu geliefert. Nach knapp 2 Stunden auf dem Fahrrad sind wir flussaufwärts an einem Strand angelangt, wo die Kajaks auf uns gewartet haben. Nach einer weiteren Stunde flussaufwärts paddeln, haben wir diesen überquert und sind zu einer kleiner Insel gelangt - ganz idyllisch, wo wild Tiere leben, und andere Leute am Wochenende per Boot und Kajak hinkommen und die Natur genießen. Etwa eine Stunde sind wir auf der Insel geblieben, haben uns ausgeruht, Mate getrunken und Kekse gegessen, bevor wir wieder mit dem Kajak und zu guter letzt mit dem Fahrrad in die Stadt zurückgekehrt sind. Die Sonne war gerade untergegangen, und Tina und ich haben uns wieder zurück Richtung Fluss aufgemacht, um den dortigen Kunstmarkt zu besuchen, der jedes Wochenende dort stattfindet. Daraufhin sind wir hungrig in die Wohnung zurückgekommen und haben Artischoken mit Sauce Vinaigrette gespeist. Montag Vormittag sind wir also nur noch etwas durch die Stadt gelaufen, haben uns das Geburtshaus Che Guevara´s angesehen, sind in die Kathedrale und zum Monumento de la Bandera (das Flaggendenkmal, weil ja die Flagge Argentiniens in Rosario designt wurde). Und gegen Mittag ist Tina mit dem Bus dann wieder Richtung Buenos Aires aufgebrochen, während für mich der Alltag wieder angefangen hat.
Morgen - nachdem ich den Nachmittag in den Slums von Rosario verbracht haben werde - werde ich mit dem Nachtbus zu den Wasserfällen von Iguazú aufbrechen, den größten Wasserfällen der Welt (5-mal größer als die Niagarafälle). Mein Bericht folgt also dann nächste Woche!
Alles Liebe, eure Verena

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