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| Rückblick 3. Monat |
Samstag, 17. Oktober 2009
Ausflug auf´s Land, lernen und schon ist der 3. Monat vorüber..
Zurück von meinem Oktoberfest&Cordoba-Ausflug ging es zum Spanischkurs und in die Vorlesungen...! Samstag ist dann der ganze Jahrgang in die Provinz "Entre Rios" aufgebrochen in einen etwa 100km weit entfernten Ort namens "Victoria". Aus dieser Kleinstadt stammt nämlich eine meiner hiesigen Kommilitoninnen - die uns alle über´s Wochenende in das Landhaus ihrer (Groß-)Eltern eingeladen hat. Per Bus in Victoria angekommen, sind wir die restlichen etwa 20km im Auto weitergefahren, bis wir dann irgendwo in der "Pampa" noch kilometerweit über Feldwege gefahren sind und letztendlich an dem Haus angekommen sind. Ein riesiges Anwesen mit Pool im Garten....und rundum GAR NIX!!! So haben wir dann gleich mal mit Mate trinken und Kuchen essen gestartet, bis wir zu späterer Stunde zum Alkohol und Fleisch essen (asado = Grill natürlich) übergegangen sind. Vorher hatte es aber noch heftig zu regnen begonnen, und wir hatten dann plötzlich für die ganze Nacht keinen Strom mehr...gut dass es Kerzen gibt!!! Der nächste Tag war dann auch eher ruhig....und gegen Abend sind wir per Bus dann wieder zurück nach Rosario gefahren......und seitdem bin ich eigentlich Tag und Nacht nur über dem Schreibtisch beim Lernen gehockt. Von dem Feiertag, der am Montag war (Kolumbus´ Entdeckung von Amerika) hab ich also nicht allzu viel mitbekommen. Heute hatte ich schließlich wieder eine Prüfung....und schon sind meine Zwischenprüfungen auch abgeschlossen und der 3. Monat ist bereits vorüber. Übrigens: auf den Tag genau ist es nun ein Vierteljahr, dass ich schon in Argentinien bin...echt unglaublich!! Und die Ideen gehen mir nicht aus, noch Weiteres zu unternehmen.....aber für weitere 10 Tage heißt es für mich erst einmal noch durchbeißen....ausschließlich lernen!!! Und dann wird´s wieder so richtig spannend ;)! Aber....ich werde zu rechter Zeit berichten ;)! Hier kommen schon einmal die Fotos des 3. Monats:
Montag, 12. Oktober 2009
Eine (weitere) "erhohlsame" Reise
Huch, ist ja schon wieder fast 2 Wochen her, dass ich das letzte Mal was gepostet habe! Aber es war ja - mal wieder - einiges los!
Nach der Foto-Safari und all den richtig typischen argentinischen Speisen hat es mich nach fast 3 Monaten weit weg von daheim mal wieder auf "meine typische" Küche "geblangt", so habe ich mit Brezen SELBST backen begonnen, dazu einen Obatzden gemacht und mich mit meinem Paulaner Weißbier (aus dem Supermarkt nebenan!) zufrieden an den Küchentisch gesetzt, am Tag darauf gab´s dann Brezensuppe! Prima!
Naja, und dann hatte ich sowieso nur noch bis Freitag, den 2. Oktober zu warten, bis Tina nach meinen Vorlesungen aus Buenos Aires gekommen ist! Da haben wir noch mal kräftig bei den Brezen zugelangt und uns schon auf eine Nacht im Bus gefreut! Durch dieses üppige Abendmahl waren wir auch bereits gut auf das OKTOBERFEST eingestimmt! Ja, genau, zum Oktoberfest sollte es nämlich gehen....ein Oktoberfest in Argentinien, in einem kleinen Dorf südlich von Cordoba, in dem sich besonders viele Deutsche - besonders nachdem das Kriegsschiff Graf Spee vor Montevideo gesunken ist - niedergelassen haben. Diese Deutschen und nun die darauffolgenden Generationen versuchen so gut wie möglich ihre europäische Abstammung auch hier bezeugen zu können, und veranstalten daher auch jedes Jahr etwa 10 Tage lang ein Oktoberfest!! Das Oktoberfest dort sieht aber ganz anders aus, da es dann doch internationaler angelegt ist. Bei dem täglichen Musik-Trachten-Zug tanzen dann auch spanische Flamenco-Gruppen, Iren oder eine Trachtengruppe aus Palästina durch die Straßen. Das tollste waren aber die bayerischen oder österreichischen Gruppen, die dann die Deutschland-Flagge geschwenkt haben - anstatt einer anständigen Bayernflagge!! Auf dem Festgelände ist alles auch mehr als Show angelegt, so treten diese Gruppen in Shows auf der Bühne auf und die Leute sitzen in Reihen nur davor und hören zu! Deshalb muss man auch etwa 3-5€ abhängig vom Tag EINTRITT zahlen um auf´s Festgelände zu kommen! Das Bier holt man sich selbst an den Verkaufshütten am Rand, und man muss sich dazu vorher noch seinen eigenen Bierkrug KAUFEN! Bei den Bierkrügen hat man große Auswahl, denn alle haben Aufdrucke - von München, Bayern, Österreich, Salzburg, Tirol über Hessen, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Sachsen etc bekommt man alles!!! Ich hab mir natürlich einen mit "Bayern"-Aufdruck gekauft....und bei genauerem hinsehen ist mir auch aufgefallen, dass die Flagge noch nicht einmal korrekt ist - naja, aber fast! In einem der zahlreichen Wirtshäuser eingekehrt, haben wir natürlich auch Weißwürstl bestellt....die wurden uns dann gebraten und mit Sauerkraut vorgesetzt! Es leben die Vorurteile!!! Also beim Metzger Steer sind´s besser! Senf wird ja auch an allen Ecken verkauft, aber dass man mal süßen Senf finden würde - was ist das nur!? Was aber wirklich angenehm war, war dass alle paar Meter an den Straßenlaternen Lautsprecher angebracht waren, aus denen den ganzen Tag Volksmusik tönte - dank jahrelanger Ausbildung meiner Mama und Radio Salzburg konnte ich überrascht über mich selbst fast sämtliche Melodien mitsummen! Meine Herkunft kann ich also wohl doch nicht verleugnen!
Als es dann also langsam Abend wurde, sind wir zurück ins Hotel (namens TIROL!!) und haben uns für die "Wiesn" schick gemacht. Haben noch schnell mit meiner übergroßen, mitgebrachten Bayernflagge und dem Hotelschild ein Foto geschossen und ab gings in die Samstagnacht!
So viele Deutsche gab es aber dann dort doch nicht....und so passierte es nicht selten, dass Passanten Fotos mit mir in meinem Dirndl schießen wollten.....ich musste also eine halbe Ewigkeit auf mein erstes Bier warten..! Zumindest haben wir den deutschen Nationalfeiertag auch in Argentinien einigermaßen deutsch verbracht *g*!
Den nächsten Tag haben wir dann in ein Fußgängerdorf namens "Cumbrecita" einen Ausflug gemacht, sind zu einer Kapelle und einem Wasserfall gewandert, waren im Hochseilgarten und haben "tirolesa" gemacht und Sonntag abend gings wieder auf´s Oktoberfest - nachdem Tina und ich als Bayern vor Ort ein Interview für die lokale Zeitung gegeben haben *g*.
Den letzten Montag haben wir sehr spannend verbracht - an einem Staudamm - was uns die Tourismusinformation von Villa General Belgrano als Sehenswürdigkeit angepriesen hat. Zumindest konnte ich dort wieder "tirolesa" machen!
Dienstag Früh verließen Tina und ich letztendlich diese pseudo-deutsche Insel (obwohl zugegebenermaßen fast jeder dort deutsch sprach) in Richtung Cordoba, wo wir im Hostel dann auch Jule getroffen haben - also die andere deutsche Studentin in Rosario! Den Tag haben wir mit Sightseeing durch die Stadt verbracht und sind dann noch auf ein paar Cocktails und einen DEUTSCHEN Döner gegangen! Mittwoch ging´s in den Süden in ein Dorf namens Alta Gracia - wo der in Rosario gebürtige Che Guevara seine Kindheit und Jugend verbrachte. Neben seinem Geburtshaus, das heute ein Museum ist, haben wir aber ebenso die der UNESCO zugehörigen Jesuiten-Estancia besichtigt.
Nach diesen 5 erlebnisreichen Tagen haben wir dann also wieder eine Nacht im Bus verbracht und Jule und ich sind in Rosario Donnerstag Früh angekommen während Tina noch ein paar Stunden bis Buenos Aires weiterfahren musste.
Ein paar Videos und Fotos sind schon einmal eingefügt....die restliche Auswahl folgt dann die nächsten Tage!
Nach der Foto-Safari und all den richtig typischen argentinischen Speisen hat es mich nach fast 3 Monaten weit weg von daheim mal wieder auf "meine typische" Küche "geblangt", so habe ich mit Brezen SELBST backen begonnen, dazu einen Obatzden gemacht und mich mit meinem Paulaner Weißbier (aus dem Supermarkt nebenan!) zufrieden an den Küchentisch gesetzt, am Tag darauf gab´s dann Brezensuppe! Prima!
Naja, und dann hatte ich sowieso nur noch bis Freitag, den 2. Oktober zu warten, bis Tina nach meinen Vorlesungen aus Buenos Aires gekommen ist! Da haben wir noch mal kräftig bei den Brezen zugelangt und uns schon auf eine Nacht im Bus gefreut! Durch dieses üppige Abendmahl waren wir auch bereits gut auf das OKTOBERFEST eingestimmt! Ja, genau, zum Oktoberfest sollte es nämlich gehen....ein Oktoberfest in Argentinien, in einem kleinen Dorf südlich von Cordoba, in dem sich besonders viele Deutsche - besonders nachdem das Kriegsschiff Graf Spee vor Montevideo gesunken ist - niedergelassen haben. Diese Deutschen und nun die darauffolgenden Generationen versuchen so gut wie möglich ihre europäische Abstammung auch hier bezeugen zu können, und veranstalten daher auch jedes Jahr etwa 10 Tage lang ein Oktoberfest!! Das Oktoberfest dort sieht aber ganz anders aus, da es dann doch internationaler angelegt ist. Bei dem täglichen Musik-Trachten-Zug tanzen dann auch spanische Flamenco-Gruppen, Iren oder eine Trachtengruppe aus Palästina durch die Straßen. Das tollste waren aber die bayerischen oder österreichischen Gruppen, die dann die Deutschland-Flagge geschwenkt haben - anstatt einer anständigen Bayernflagge!! Auf dem Festgelände ist alles auch mehr als Show angelegt, so treten diese Gruppen in Shows auf der Bühne auf und die Leute sitzen in Reihen nur davor und hören zu! Deshalb muss man auch etwa 3-5€ abhängig vom Tag EINTRITT zahlen um auf´s Festgelände zu kommen! Das Bier holt man sich selbst an den Verkaufshütten am Rand, und man muss sich dazu vorher noch seinen eigenen Bierkrug KAUFEN! Bei den Bierkrügen hat man große Auswahl, denn alle haben Aufdrucke - von München, Bayern, Österreich, Salzburg, Tirol über Hessen, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Sachsen etc bekommt man alles!!! Ich hab mir natürlich einen mit "Bayern"-Aufdruck gekauft....und bei genauerem hinsehen ist mir auch aufgefallen, dass die Flagge noch nicht einmal korrekt ist - naja, aber fast! In einem der zahlreichen Wirtshäuser eingekehrt, haben wir natürlich auch Weißwürstl bestellt....die wurden uns dann gebraten und mit Sauerkraut vorgesetzt! Es leben die Vorurteile!!! Also beim Metzger Steer sind´s besser! Senf wird ja auch an allen Ecken verkauft, aber dass man mal süßen Senf finden würde - was ist das nur!? Was aber wirklich angenehm war, war dass alle paar Meter an den Straßenlaternen Lautsprecher angebracht waren, aus denen den ganzen Tag Volksmusik tönte - dank jahrelanger Ausbildung meiner Mama und Radio Salzburg konnte ich überrascht über mich selbst fast sämtliche Melodien mitsummen! Meine Herkunft kann ich also wohl doch nicht verleugnen!
Als es dann also langsam Abend wurde, sind wir zurück ins Hotel (namens TIROL!!) und haben uns für die "Wiesn" schick gemacht. Haben noch schnell mit meiner übergroßen, mitgebrachten Bayernflagge und dem Hotelschild ein Foto geschossen und ab gings in die Samstagnacht!
So viele Deutsche gab es aber dann dort doch nicht....und so passierte es nicht selten, dass Passanten Fotos mit mir in meinem Dirndl schießen wollten.....ich musste also eine halbe Ewigkeit auf mein erstes Bier warten..! Zumindest haben wir den deutschen Nationalfeiertag auch in Argentinien einigermaßen deutsch verbracht *g*!
Den nächsten Tag haben wir dann in ein Fußgängerdorf namens "Cumbrecita" einen Ausflug gemacht, sind zu einer Kapelle und einem Wasserfall gewandert, waren im Hochseilgarten und haben "tirolesa" gemacht und Sonntag abend gings wieder auf´s Oktoberfest - nachdem Tina und ich als Bayern vor Ort ein Interview für die lokale Zeitung gegeben haben *g*.
Den letzten Montag haben wir sehr spannend verbracht - an einem Staudamm - was uns die Tourismusinformation von Villa General Belgrano als Sehenswürdigkeit angepriesen hat. Zumindest konnte ich dort wieder "tirolesa" machen!
Dienstag Früh verließen Tina und ich letztendlich diese pseudo-deutsche Insel (obwohl zugegebenermaßen fast jeder dort deutsch sprach) in Richtung Cordoba, wo wir im Hostel dann auch Jule getroffen haben - also die andere deutsche Studentin in Rosario! Den Tag haben wir mit Sightseeing durch die Stadt verbracht und sind dann noch auf ein paar Cocktails und einen DEUTSCHEN Döner gegangen! Mittwoch ging´s in den Süden in ein Dorf namens Alta Gracia - wo der in Rosario gebürtige Che Guevara seine Kindheit und Jugend verbrachte. Neben seinem Geburtshaus, das heute ein Museum ist, haben wir aber ebenso die der UNESCO zugehörigen Jesuiten-Estancia besichtigt.
Ein paar Videos und Fotos sind schon einmal eingefügt....die restliche Auswahl folgt dann die nächsten Tage!
Mittwoch, 30. September 2009
Safari fotografico
Eigentlich wollte ich ja das vergangene Wochenende im Kajak von Santa Fe auf dem Fluss eine 2-tägige Tour mit Zeltübernachtung nach Rosario unternehmen. An mangelnder Teilnehmerzahl und letztendlich auch wegen des Wetters ist das jedoch leider nichts geworden.
Meine Spanischlehrerin hat mich aber auf eine andere Idee gebracht. Ihr Bruder ist nämlich Fotograf von Beruf und hat für diesen Sonntag eine Foto-Safari organisiert, sprich in nem Kleinbus mit einigen Leuten "in die Pampa" zu fahren und einfach nur "professionell" Fotos zu schießen. Ziemlich früh am Morgen bin ich Sonntag dann also von einem Kleinbus mit etwa 10 Argentiniern abgeholt worden....und so haben wir nach einigen Kilometern an einem Benediktinerkloster unseren ersten Halt gemacht...dann ging es in eine Kleinstadt mit "romantischen Sträßchen"...tja und dann ging´s wirklich in die Pampa. Wir haben die Hauptstraße verlassen und sind etwa eine Stunde lang über Feldwege gefahren....dort wo sich Fuchs und Has´ gute Nacht sagen...haben Kühe und die Landschaft fotografiert und sind letztendlich an einem kleinen Landhaus angekommen. War bisschen kompliziert, aber soweit ich das richtig verstanden habe, war das der Onkel von dem Busfahrer...oder doch der Onkel von seiner Frau!? Naja, auf jeden Fall hat dieser Onkel dort auf dem Land gelebt...und der ist ein Gaucho. Mit einem typischen asado....also gegrilltes Fleisch bis zum Abwinken...hat er auf uns gewartet. Nachdem wir anständig reingehauen haben, sind wir dann über sein Land gezogen, und haben mal wieder von der Natur Fotos geschossen....sind zu einer Lagune gegangen...und auf dem Rückweg hat er eine Palme angezündet...das war ein ganz schönes Feuer! Als wir total durchgefroren an diesem eiskalten Tag wieder zurück zu seinem Haus gekommen sind, hat´s dann erst einmal "Auszogne" gegeben....also nicht nur in Bayern ist das ein typisches Gericht, sondern auch hier in Argentinien...jedoch, dass man die Auszognen hier mit "dulce de leche" isst....und sie hier "tortas fritas" heißen! Daraufhin haben wir einen kleinen "Bauernmarkt" in der Stube vor dem Kamin veranstaltet - während wir mal wieder Mate getrunken haben...und jeder hat ihm einen Laib selbst gemachten Käse und Eier abgekauft. Dann war es Zeit zum Melken....jeden Abend zur gleich Zeit stellen sich seine Kühe nämlich brav an und wollen gemolken werden. Die liebe Vreni konnte das natürlich nicht verpassen und wollte auch mal probieren.....und siehe da, ich hab das tatsächlich können, da ist wirklich Milch rausgekommen und den Eimer hab ich auch noch getroffen!!!! Ich war echt glücklich!!! Was für eine Erfahrung....bei und mit einem Gaucho einen Tag zu verbringen....und das nicht als "Touristenattraktion", sondern mit anderen Argentiniern und damit wirklich authentisch. Gestärkt von den ganzen ländlichen Köstlichkeiten und nach einem Tag in der Natur an der frischen Luft haben wir uns wieder auf den Rückweg begeben und sind Sonntag spät abends wieder heimgekommen. Ein echt toller Tagesausflug! Ich freue mich schon auf die nächste Safari....achja...Fotos folgen ein anderes Mal ;)
Meine Spanischlehrerin hat mich aber auf eine andere Idee gebracht. Ihr Bruder ist nämlich Fotograf von Beruf und hat für diesen Sonntag eine Foto-Safari organisiert, sprich in nem Kleinbus mit einigen Leuten "in die Pampa" zu fahren und einfach nur "professionell" Fotos zu schießen. Ziemlich früh am Morgen bin ich Sonntag dann also von einem Kleinbus mit etwa 10 Argentiniern abgeholt worden....und so haben wir nach einigen Kilometern an einem Benediktinerkloster unseren ersten Halt gemacht...dann ging es in eine Kleinstadt mit "romantischen Sträßchen"...tja und dann ging´s wirklich in die Pampa. Wir haben die Hauptstraße verlassen und sind etwa eine Stunde lang über Feldwege gefahren....dort wo sich Fuchs und Has´ gute Nacht sagen...haben Kühe und die Landschaft fotografiert und sind letztendlich an einem kleinen Landhaus angekommen. War bisschen kompliziert, aber soweit ich das richtig verstanden habe, war das der Onkel von dem Busfahrer...oder doch der Onkel von seiner Frau!? Naja, auf jeden Fall hat dieser Onkel dort auf dem Land gelebt...und der ist ein Gaucho. Mit einem typischen asado....also gegrilltes Fleisch bis zum Abwinken...hat er auf uns gewartet. Nachdem wir anständig reingehauen haben, sind wir dann über sein Land gezogen, und haben mal wieder von der Natur Fotos geschossen....sind zu einer Lagune gegangen...und auf dem Rückweg hat er eine Palme angezündet...das war ein ganz schönes Feuer! Als wir total durchgefroren an diesem eiskalten Tag wieder zurück zu seinem Haus gekommen sind, hat´s dann erst einmal "Auszogne" gegeben....also nicht nur in Bayern ist das ein typisches Gericht, sondern auch hier in Argentinien...jedoch, dass man die Auszognen hier mit "dulce de leche" isst....und sie hier "tortas fritas" heißen! Daraufhin haben wir einen kleinen "Bauernmarkt" in der Stube vor dem Kamin veranstaltet - während wir mal wieder Mate getrunken haben...und jeder hat ihm einen Laib selbst gemachten Käse und Eier abgekauft. Dann war es Zeit zum Melken....jeden Abend zur gleich Zeit stellen sich seine Kühe nämlich brav an und wollen gemolken werden. Die liebe Vreni konnte das natürlich nicht verpassen und wollte auch mal probieren.....und siehe da, ich hab das tatsächlich können, da ist wirklich Milch rausgekommen und den Eimer hab ich auch noch getroffen!!!! Ich war echt glücklich!!! Was für eine Erfahrung....bei und mit einem Gaucho einen Tag zu verbringen....und das nicht als "Touristenattraktion", sondern mit anderen Argentiniern und damit wirklich authentisch. Gestärkt von den ganzen ländlichen Köstlichkeiten und nach einem Tag in der Natur an der frischen Luft haben wir uns wieder auf den Rückweg begeben und sind Sonntag spät abends wieder heimgekommen. Ein echt toller Tagesausflug! Ich freue mich schon auf die nächste Safari....achja...Fotos folgen ein anderes Mal ;)
Samstag, 26. September 2009
Typisch Argentinien
Ich habe mal eine kleine Liste zusammen gestellt...was mir bisher so aufgefallen ist...diese werde ich aber im Laufe der Zeit garantiert noch erweitern:
„tranquilo“…ist an sich schon das Lieblingswort der Argentinier…nämlich alles ruhiger anzugehen…und immer zu spät zu kommen….es gehört sogar zum guten Ton, mindestens eine halbe Stunde später zu kommen, als ausgemacht wurde…teilweise gilt das sogar für die Uni, aber die Vorlesungen enden dann dennoch zur regulären Zeit ;)
Ausgehen: die jungen Leute gehen hier wirklich VIEL weg, und beginnen auch schon in einem Alter von 14-15 Jahren, es wird viel getrunken und in Diskos/Bars ist erst ab 2 Uhr nachts was los, jedoch ist man dann auch immer bis 8 Uhr morgens unterwegs
Begrüßung: Um sich zu begrüßen, gibt man sich immer ein Küsschen auf die - meistens rechte - Wange. Sobald von zwei sich begrüßenden Personen auch nur eine davon weiblich ist, begrüßt man sich so. Männer untereinander begrüßen sich ebenfalls mit Küsschen, jedoch lediglich, wenn sie sich besser kennen....sprich mindestens schon 1-2 Mal getroffen haben.
Entwicklungsland: Argentinien IST ein Entwicklungsland. Die meisten Bewohner leben hier in Armut….während man in Deutschland davon spricht, dass die so genannte Mittelschicht am Aussterben ist, existiert diese in Argentinien gleich gar nicht. Die „Schere“ ist hier wirklich zu sehen….entweder sind die Leute arm oder reich. Es gibt nur eins der beiden.
Essen: ziemlich oft wird ein Lieferservice gerufen, der fertiges Essen bringt..meistens sind das dann Pizzen oder Empanadas (gefüllte Blätterteigtaschen)
Fernsehen: Dass in Deutschland alle ausländischen Filme und Serien synchronisiert sind, ist eine wahre Ausnahme. Auch hier in Argentinien sind die meisten Filme und Serien in Originalton mit spanischem Untertitel, die wenigsten Beiträge sind "hablado en castellano"! Zumeist nur dann, wenn es irgendwelche argentinischen Filme sind....aber die Filmindustrie hier ist durchaus nicht zu unterschätzen!
Fleisch: es ist nicht gesagt, dass jedes Haus hier eine Heizung hat (sogar die wenigsten), aber einen Grill hat fast jedes! Der Familienzusammenhalt ist generell größer, Jugendlichen ist es auch nicht „peinlich“, Zeit mit ihren Eltern und Geschwistern zu verbringen…und so kommt man zum (mindestens) einmal wöchentlichen gemeinsamen „asado“ = Grillen zusammen! Fleisch an sich ist hier auch wirklich günstig...Käse kostet in Argentinien beispielsweise doppelt so viel pro Kilo als das beste Stück Fleisch!!!
Friedhof: Friedhöfe in Argentinien sind ganz anders als bei uns. Jedes Grab ist eine eigene kleine Kapelle. Je nach Friedhof kann so eine Grabstelle ziemlich viel kosten. Argentinier haben eine wahre Ehrfurcht vor dem Tod und den Toten....deswegen lassen sie sich ihre Gräber auch einiges kosten, wahrscheinlich sogar mehr als zu Lebzeiten.
Fußball…und Maradona: jeder Argentinier kennt sich mit Fußball aus, ist begeistert davon und Familienweise wird man schon in bestimmte Vereine „hineingeboren“, also von welchem Club man Fan ist, und von welchem nicht…..untereinander rivalisieren sich die Argentinier so gesehen auch gewaltig. Pikantes Thema! Maradona jedoch lieben alle Argentinier, er ist sowas wie ein Mensch gewordener Gott….wird einstimmig verehrt…und man sollte nichts Gegenteiliges äußern!
Gas: Jedes Haus und jede Wohnung hat einen Anschluss ans Gasnetz, das heißt, dass alle Herde und Öfen mit Gas funktionieren. In Supermärkten kann man daher auch riesige Vorratspackungen Zündhölzer erstehen, um sich immer gleich Feuer machen zu können.
Gesellschaftsstrukur: in Vorlesungen setzen sich die Jungs untereinander in einen Block, und die Mädels untereinander hin….auch abends beim Weggehen treffen sich die Geschlechter schön voneinander getrennt zum Ausgehen und kommen dann höchstens beim „beschämten Flirten“ in den Diskos zusammen. Unternommen wird aber eigentlich nur immer was von den Mädels und von den Jungs jeweils untereinander
Glaube/Kirche: eigentlich sind hier ja die meisten erz-katholisch….aber in die Kirche geht keiner, und der Glaube scheint sich bei den meisten auch nur auf dem Papier abzuspielen….auf der anderen Seite wird aber von beinahe allen ein Kreuzzeichen gemacht, wenn sie eine Kirche passieren!
Kleidung: Die Männer schauen eigentlich immer gleich aus....mit (mind) 3-Tagesbart und genau genommen recht ungepflegt. Die Frauen scheren sich tagsüber selten um ihr Äußeres, und nicht selten sieht man sie in Jogginghose und dergleichen durch die Öffentlichkeit ziehen. Sobald es aber um irgendein Event geht, oder das Ausgehen natürlich, sind alle plötzlich wie Püppchen aufgestylt, haben sie sich mit den modernsten Klamotten in Schale geworfen und sehen aus, als kämen sie direkt vom Laufsteg! Eindeutig nicht wiederzuerkennen! Und wirklich auch irrsinnig, wie viel Zeit vor dem Weggehen für das Styling aufgewendet wird....2-3 Stunden vorher im Badezimmer zu verbringen ist da keine Seltenheit!
Klingel: Besonders in ärmeren Vierteln besitzen die Leute keine Klingel, weil es keine Elektrizität gibt. Man betritt dann aber das Grundstück nicht einfach so, sondern man klatscht in die Hände und wartet bis jemand vor die Tür kommt, denn das klatschen an sich ersetzt hier das klingeln!
Körpergröße: Die Argentinier sind durchschnittlich viel kleiner als "wir Europäer". Sowohl Männer als auch Frauen sind kleiner und zierlicher. Ich mit meinen 1,65m gehöre hier schon zu den "Riesen"...und es gibt hier sogar kaum Männer, die größer sind als ich!
Mate: ein Tee, den man wirklich immer und überall trinkt…..wie ist allerdings schon eine Wissenschaft für sich…bei Wiki genauer erklärt ;) http://de.wikipedia.org/wiki/Mate
Melancholie: Argentinier lieben den Konjunktiv, und neigen gern dazu im Selbstmitleid zu baden. Schließlich ist immer alles ganz schlecht, und der kleinste Rückschlag lässt die meisten gleich resignieren anstatt wie ein Löwe um ihre Sache zu kämpfen zu beginnen. Die Traurigkeit, Mitleid und die Sehnsucht....auch ausgedrückt im Tango...gehören also schon zum argentinischen "lifestyle".
Mücken: In Argentinien gibt es eine Menge Mücken, eine richtige Plage ist das. Dafür gibt es auch in jedem Supermarkt oder in jeder Apotheke ein "OFF", nämlich ein Spray (welches in Deutschland angeblich nicht existiert, da es Lebererkrankungen auslöst), das wirklich hilft. Die Family-Version muss man sich mindestens 2 Mal täglich auf den ganzen Körper sprühen, bevor man das Haus verlässt, und das "Grüne" ist extra-stark, das reicht meistens für den ganzen Tag. Dieses aggressive Zeug ersetzt duftmäßig also eigentlich auch jedes Deo.
Musik: es gibt viele nationale Musikgruppen, die jungen Leute spielen fast alle Gitarre und können richtig gut singen – vorteilhaft natürlich, dass sie sämtliche Texte auswendig können. Das beliebteste Genre ist hier Reggeaton….aber auch Rockmusik wird gern und viel gehört.
Nahverkehr: es gibt zwar Stadtbusse, aber keiner kennt sich damit aus, Buspläne existieren ja auch nicht, und man kann auch nicht wirklich irgendjemanden fragen. Jedoch gibt es überall Taxis, die auch gar nicht so teuer sind…sogar Einheimische fahren viel mit dem Taxi! Wenn es dann jemanden gibt, der ein Auto hat….dann sitzt man in einem normalen Kleinwagen schnell mal zu acht oder neunt drin….das ist keine Seltenheit! Angeschnallt wird sich hier übrigens auch nicht…und da die meisten Verkehrswege über „rechts vor links“ geregelt sind und die Argentinier Regeln nicht gerne mögen, ist es immer ein „herantasten“ und „Grenzen ausloten“….man muss beim Fahren also mitdenken und kann sich nicht typisch deutsch stur auf Regeln berufen.
Preise: egal wohin man geht, es wird bei den Preisen zwischen Einheimischen und Touristen unterschieden. Manchmal entscheiden Kellner auch rein vom Aussehen her, wie viel du für etwas zahlen kannst. Es geht dabei nicht um den Wert selbst, sondern rein darum, dass derjenige, der einen höheren Preis verkraften kann, ihn auch zu zahlen hat! Auf Studenten wird jedoch auch inner-argentinisch nicht unterschieden, da fällt immer der volle Preis an.
Regierung und Polizei: die Menschen vertrauen keinem, denken und reden nur schlecht über Politiker und Polizisten, erwarten auch das Schlimmste….Probleme werden in Selbstjustiz gelöst, oder Bekannte alarmiert…..die Polizei sind jedenfalls die letzten die gerufen werden!!
Reisen: Züge existieren zwar, werden aber nicht genommen, weil die total veraltet und extrem unzuverlässig sind. Hingegen gibt es Reisebusse, von denen man in Europa nur träumen kann. Die Sitze sind wahre Schlafsessel, es gibt Service an den Platz mit Speisen und Getränken inklusive. Egal wohin man will, findet man täglich mindestens einen Bus, der diese Route fährt…zu Zielen wie Buenos Aires (auch eine etwa 4-stündige Fahrt von Rosario) gibt es halbstündlich Busse! Buspläne existieren jedoch leider nicht, so muss man sich immer am Busbahnhof von Büro zu Büro über Abfahrtszeiten und Preise durchfragen…diese können bei fast gleichem Service nämlich dennoch gewaltig schwanken!
Servietten: Richtige Servietten scheinen in Argentinien nicht zu existieren. In der Öffentlichkeit bekommt man dünne Papierblätter, und privat wird Küchenrolle verwendet, die bei jedem Essen gleich für alle verfügbar auf dem Tisch steht.
Solidarität: Da die "Schere" des Wohlstands hier deutlich zu spüren ist, und die Argentinier ihrer Regierung nicht sonderlich trauen, nehmen sie ja alles nach Möglichkeit selbst in die Hand....somit auch die Armut. In der Uni wird in fast jeder Vorlesung gepredigt, dass Unternehmen auch eine soziale Verantwortung zu tragen haben, und sich solidarisch zeigen sollen. Auch wir Studenten sind deshalb auf eine "solidarische Reise nach Santiago del Estero" letzten Monat gefahren, um "Dienst an unseren Nächsten" zu tun.
Straßen: Das Straßennetz in fast allen argentinischen Städten ist streng quadratisch eingeteilt...und die Nummern werden pro Block vergeben, so dass ein bestimmter hunderter pro 100 Meter also genau einen Block verläuft. Man kann sich dadurch ziemlich leicht orientieren...denn die Straßen sind dadurch kilometerlang, und anhand der Zahlen weiß man dann auf welcher Höhe was liegt..!
Supermarkt: Lebensmittel kann man Montag bis Sonntag einkaufen gehen. Die normalen Öffnungszeiten bewegen sich so zwischen 8 und 22 Uhr. Am Sonntag ist mittags zur Siesta jedoch geschlossen. Stark verbreitet sind jedoch Kioske, die das wichtigste anbieten…oder Obst- und Gemüseläden….deren Qualität oft besser und die Preise oft niedriger als in Supermärkten ist….und die Öffnungszeiten sind selbstverständlich auch umfangreicher!
Süßigkeiten: Überall findet man „alfajores“, Kekse die mit „dulce de leche“ gefüllt sind und oft mit Schokolade überzogen sind…davon gibt es aber auch viele Varianten. „Dulce de leche“ ist hier übrigens unglaublich beliebt….es ist ein süßer Brotaufstrich, der noch 10 Mal beliebter als unser Nutella ist….und auch für sämtliche Kekse wird er verwendet…!
Tanzen: JEDER kann tanzen und tanzt gerne…auch Männer! Argentinier haben ein unglaubliches Rhythmusgefühl. Jedoch ist der so berühmte Tango weniger verbreitet als Salsa.
Toiletten: Meistens gibt es keinen Schlüssel an Toilettentüren. Man verschließt die Tür und das sollte Zeichen genug für diejenigen davor sein. Sollte eine Tür verschlossen sein, und man davor wartend nicht sicher sein, ob sich jemand darin befindet oder nicht, klopft man an. Wenn eine Reaktion "ocupado" kommt, ist es besetzt, wenn von drinnen niemand reagiert, wird davon ausgegangen, dass die Toilette frei ist. Klopapier ist meistens vor den Toiletten. In ganz öffentlichen Toiletten bekommt man Klopapier ausschließlich bei der "Klofrau", je nachdem wie viel Kleingeld/Trinkgeld man ihr gegeben hat.
Wechselgeld: In Argentinien herrscht eine akute Wechselgeld-Not. Jeder bunkert das Kleingeld, das er hat, weil man es ja mal wieder irgendjemandem auf der Straße geben können müsste, der einem die Tür oder sowas aufhält. Wenn es sich also um kleinere Beträge handelt, passiert es also durchaus, dass man in einem Geschäft ein paar Bonbons als Kleingeld-Ersatz anstelle des Wechselgeldes erhält.
„tranquilo“…ist an sich schon das Lieblingswort der Argentinier…nämlich alles ruhiger anzugehen…und immer zu spät zu kommen….es gehört sogar zum guten Ton, mindestens eine halbe Stunde später zu kommen, als ausgemacht wurde…teilweise gilt das sogar für die Uni, aber die Vorlesungen enden dann dennoch zur regulären Zeit ;)
Ausgehen: die jungen Leute gehen hier wirklich VIEL weg, und beginnen auch schon in einem Alter von 14-15 Jahren, es wird viel getrunken und in Diskos/Bars ist erst ab 2 Uhr nachts was los, jedoch ist man dann auch immer bis 8 Uhr morgens unterwegs
Begrüßung: Um sich zu begrüßen, gibt man sich immer ein Küsschen auf die - meistens rechte - Wange. Sobald von zwei sich begrüßenden Personen auch nur eine davon weiblich ist, begrüßt man sich so. Männer untereinander begrüßen sich ebenfalls mit Küsschen, jedoch lediglich, wenn sie sich besser kennen....sprich mindestens schon 1-2 Mal getroffen haben.
Entwicklungsland: Argentinien IST ein Entwicklungsland. Die meisten Bewohner leben hier in Armut….während man in Deutschland davon spricht, dass die so genannte Mittelschicht am Aussterben ist, existiert diese in Argentinien gleich gar nicht. Die „Schere“ ist hier wirklich zu sehen….entweder sind die Leute arm oder reich. Es gibt nur eins der beiden.
Essen: ziemlich oft wird ein Lieferservice gerufen, der fertiges Essen bringt..meistens sind das dann Pizzen oder Empanadas (gefüllte Blätterteigtaschen)
Fernsehen: Dass in Deutschland alle ausländischen Filme und Serien synchronisiert sind, ist eine wahre Ausnahme. Auch hier in Argentinien sind die meisten Filme und Serien in Originalton mit spanischem Untertitel, die wenigsten Beiträge sind "hablado en castellano"! Zumeist nur dann, wenn es irgendwelche argentinischen Filme sind....aber die Filmindustrie hier ist durchaus nicht zu unterschätzen!
Fleisch: es ist nicht gesagt, dass jedes Haus hier eine Heizung hat (sogar die wenigsten), aber einen Grill hat fast jedes! Der Familienzusammenhalt ist generell größer, Jugendlichen ist es auch nicht „peinlich“, Zeit mit ihren Eltern und Geschwistern zu verbringen…und so kommt man zum (mindestens) einmal wöchentlichen gemeinsamen „asado“ = Grillen zusammen! Fleisch an sich ist hier auch wirklich günstig...Käse kostet in Argentinien beispielsweise doppelt so viel pro Kilo als das beste Stück Fleisch!!!
Friedhof: Friedhöfe in Argentinien sind ganz anders als bei uns. Jedes Grab ist eine eigene kleine Kapelle. Je nach Friedhof kann so eine Grabstelle ziemlich viel kosten. Argentinier haben eine wahre Ehrfurcht vor dem Tod und den Toten....deswegen lassen sie sich ihre Gräber auch einiges kosten, wahrscheinlich sogar mehr als zu Lebzeiten.
Fußball…und Maradona: jeder Argentinier kennt sich mit Fußball aus, ist begeistert davon und Familienweise wird man schon in bestimmte Vereine „hineingeboren“, also von welchem Club man Fan ist, und von welchem nicht…..untereinander rivalisieren sich die Argentinier so gesehen auch gewaltig. Pikantes Thema! Maradona jedoch lieben alle Argentinier, er ist sowas wie ein Mensch gewordener Gott….wird einstimmig verehrt…und man sollte nichts Gegenteiliges äußern!
Gas: Jedes Haus und jede Wohnung hat einen Anschluss ans Gasnetz, das heißt, dass alle Herde und Öfen mit Gas funktionieren. In Supermärkten kann man daher auch riesige Vorratspackungen Zündhölzer erstehen, um sich immer gleich Feuer machen zu können.
Gesellschaftsstrukur: in Vorlesungen setzen sich die Jungs untereinander in einen Block, und die Mädels untereinander hin….auch abends beim Weggehen treffen sich die Geschlechter schön voneinander getrennt zum Ausgehen und kommen dann höchstens beim „beschämten Flirten“ in den Diskos zusammen. Unternommen wird aber eigentlich nur immer was von den Mädels und von den Jungs jeweils untereinander
Glaube/Kirche: eigentlich sind hier ja die meisten erz-katholisch….aber in die Kirche geht keiner, und der Glaube scheint sich bei den meisten auch nur auf dem Papier abzuspielen….auf der anderen Seite wird aber von beinahe allen ein Kreuzzeichen gemacht, wenn sie eine Kirche passieren!
Kleidung: Die Männer schauen eigentlich immer gleich aus....mit (mind) 3-Tagesbart und genau genommen recht ungepflegt. Die Frauen scheren sich tagsüber selten um ihr Äußeres, und nicht selten sieht man sie in Jogginghose und dergleichen durch die Öffentlichkeit ziehen. Sobald es aber um irgendein Event geht, oder das Ausgehen natürlich, sind alle plötzlich wie Püppchen aufgestylt, haben sie sich mit den modernsten Klamotten in Schale geworfen und sehen aus, als kämen sie direkt vom Laufsteg! Eindeutig nicht wiederzuerkennen! Und wirklich auch irrsinnig, wie viel Zeit vor dem Weggehen für das Styling aufgewendet wird....2-3 Stunden vorher im Badezimmer zu verbringen ist da keine Seltenheit!
Klingel: Besonders in ärmeren Vierteln besitzen die Leute keine Klingel, weil es keine Elektrizität gibt. Man betritt dann aber das Grundstück nicht einfach so, sondern man klatscht in die Hände und wartet bis jemand vor die Tür kommt, denn das klatschen an sich ersetzt hier das klingeln!
Körpergröße: Die Argentinier sind durchschnittlich viel kleiner als "wir Europäer". Sowohl Männer als auch Frauen sind kleiner und zierlicher. Ich mit meinen 1,65m gehöre hier schon zu den "Riesen"...und es gibt hier sogar kaum Männer, die größer sind als ich!
Mate: ein Tee, den man wirklich immer und überall trinkt…..wie ist allerdings schon eine Wissenschaft für sich…bei Wiki genauer erklärt ;) http://de.wikipedia.org/wiki/Mate
Melancholie: Argentinier lieben den Konjunktiv, und neigen gern dazu im Selbstmitleid zu baden. Schließlich ist immer alles ganz schlecht, und der kleinste Rückschlag lässt die meisten gleich resignieren anstatt wie ein Löwe um ihre Sache zu kämpfen zu beginnen. Die Traurigkeit, Mitleid und die Sehnsucht....auch ausgedrückt im Tango...gehören also schon zum argentinischen "lifestyle".
Mücken: In Argentinien gibt es eine Menge Mücken, eine richtige Plage ist das. Dafür gibt es auch in jedem Supermarkt oder in jeder Apotheke ein "OFF", nämlich ein Spray (welches in Deutschland angeblich nicht existiert, da es Lebererkrankungen auslöst), das wirklich hilft. Die Family-Version muss man sich mindestens 2 Mal täglich auf den ganzen Körper sprühen, bevor man das Haus verlässt, und das "Grüne" ist extra-stark, das reicht meistens für den ganzen Tag. Dieses aggressive Zeug ersetzt duftmäßig also eigentlich auch jedes Deo.
Musik: es gibt viele nationale Musikgruppen, die jungen Leute spielen fast alle Gitarre und können richtig gut singen – vorteilhaft natürlich, dass sie sämtliche Texte auswendig können. Das beliebteste Genre ist hier Reggeaton….aber auch Rockmusik wird gern und viel gehört.
Nahverkehr: es gibt zwar Stadtbusse, aber keiner kennt sich damit aus, Buspläne existieren ja auch nicht, und man kann auch nicht wirklich irgendjemanden fragen. Jedoch gibt es überall Taxis, die auch gar nicht so teuer sind…sogar Einheimische fahren viel mit dem Taxi! Wenn es dann jemanden gibt, der ein Auto hat….dann sitzt man in einem normalen Kleinwagen schnell mal zu acht oder neunt drin….das ist keine Seltenheit! Angeschnallt wird sich hier übrigens auch nicht…und da die meisten Verkehrswege über „rechts vor links“ geregelt sind und die Argentinier Regeln nicht gerne mögen, ist es immer ein „herantasten“ und „Grenzen ausloten“….man muss beim Fahren also mitdenken und kann sich nicht typisch deutsch stur auf Regeln berufen.
Preise: egal wohin man geht, es wird bei den Preisen zwischen Einheimischen und Touristen unterschieden. Manchmal entscheiden Kellner auch rein vom Aussehen her, wie viel du für etwas zahlen kannst. Es geht dabei nicht um den Wert selbst, sondern rein darum, dass derjenige, der einen höheren Preis verkraften kann, ihn auch zu zahlen hat! Auf Studenten wird jedoch auch inner-argentinisch nicht unterschieden, da fällt immer der volle Preis an.
Regierung und Polizei: die Menschen vertrauen keinem, denken und reden nur schlecht über Politiker und Polizisten, erwarten auch das Schlimmste….Probleme werden in Selbstjustiz gelöst, oder Bekannte alarmiert…..die Polizei sind jedenfalls die letzten die gerufen werden!!
Reisen: Züge existieren zwar, werden aber nicht genommen, weil die total veraltet und extrem unzuverlässig sind. Hingegen gibt es Reisebusse, von denen man in Europa nur träumen kann. Die Sitze sind wahre Schlafsessel, es gibt Service an den Platz mit Speisen und Getränken inklusive. Egal wohin man will, findet man täglich mindestens einen Bus, der diese Route fährt…zu Zielen wie Buenos Aires (auch eine etwa 4-stündige Fahrt von Rosario) gibt es halbstündlich Busse! Buspläne existieren jedoch leider nicht, so muss man sich immer am Busbahnhof von Büro zu Büro über Abfahrtszeiten und Preise durchfragen…diese können bei fast gleichem Service nämlich dennoch gewaltig schwanken!
Servietten: Richtige Servietten scheinen in Argentinien nicht zu existieren. In der Öffentlichkeit bekommt man dünne Papierblätter, und privat wird Küchenrolle verwendet, die bei jedem Essen gleich für alle verfügbar auf dem Tisch steht.
Solidarität: Da die "Schere" des Wohlstands hier deutlich zu spüren ist, und die Argentinier ihrer Regierung nicht sonderlich trauen, nehmen sie ja alles nach Möglichkeit selbst in die Hand....somit auch die Armut. In der Uni wird in fast jeder Vorlesung gepredigt, dass Unternehmen auch eine soziale Verantwortung zu tragen haben, und sich solidarisch zeigen sollen. Auch wir Studenten sind deshalb auf eine "solidarische Reise nach Santiago del Estero" letzten Monat gefahren, um "Dienst an unseren Nächsten" zu tun.
Straßen: Das Straßennetz in fast allen argentinischen Städten ist streng quadratisch eingeteilt...und die Nummern werden pro Block vergeben, so dass ein bestimmter hunderter pro 100 Meter also genau einen Block verläuft. Man kann sich dadurch ziemlich leicht orientieren...denn die Straßen sind dadurch kilometerlang, und anhand der Zahlen weiß man dann auf welcher Höhe was liegt..!
Supermarkt: Lebensmittel kann man Montag bis Sonntag einkaufen gehen. Die normalen Öffnungszeiten bewegen sich so zwischen 8 und 22 Uhr. Am Sonntag ist mittags zur Siesta jedoch geschlossen. Stark verbreitet sind jedoch Kioske, die das wichtigste anbieten…oder Obst- und Gemüseläden….deren Qualität oft besser und die Preise oft niedriger als in Supermärkten ist….und die Öffnungszeiten sind selbstverständlich auch umfangreicher!
Süßigkeiten: Überall findet man „alfajores“, Kekse die mit „dulce de leche“ gefüllt sind und oft mit Schokolade überzogen sind…davon gibt es aber auch viele Varianten. „Dulce de leche“ ist hier übrigens unglaublich beliebt….es ist ein süßer Brotaufstrich, der noch 10 Mal beliebter als unser Nutella ist….und auch für sämtliche Kekse wird er verwendet…!
Tanzen: JEDER kann tanzen und tanzt gerne…auch Männer! Argentinier haben ein unglaubliches Rhythmusgefühl. Jedoch ist der so berühmte Tango weniger verbreitet als Salsa.
Toiletten: Meistens gibt es keinen Schlüssel an Toilettentüren. Man verschließt die Tür und das sollte Zeichen genug für diejenigen davor sein. Sollte eine Tür verschlossen sein, und man davor wartend nicht sicher sein, ob sich jemand darin befindet oder nicht, klopft man an. Wenn eine Reaktion "ocupado" kommt, ist es besetzt, wenn von drinnen niemand reagiert, wird davon ausgegangen, dass die Toilette frei ist. Klopapier ist meistens vor den Toiletten. In ganz öffentlichen Toiletten bekommt man Klopapier ausschließlich bei der "Klofrau", je nachdem wie viel Kleingeld/Trinkgeld man ihr gegeben hat.
Wechselgeld: In Argentinien herrscht eine akute Wechselgeld-Not. Jeder bunkert das Kleingeld, das er hat, weil man es ja mal wieder irgendjemandem auf der Straße geben können müsste, der einem die Tür oder sowas aufhält. Wenn es sich also um kleinere Beträge handelt, passiert es also durchaus, dass man in einem Geschäft ein paar Bonbons als Kleingeld-Ersatz anstelle des Wechselgeldes erhält.
Eine unspektakuläre Woche in Rosario
Da ich am Dienstag ja meine erste Prüfung auf Spanisch hatte, war erst einmal lernen angesagt. Die meiste Zeit hat jedoch verschlungen, ein "System" zu entwickeln, wie ich mir den Stoff am besten einprägen kann. Letztendlich habe ich alle Texte auf deutsch übersetzt und dann daraus eine deutsche Zusammenfassung geschrieben. Als ich den Inhalt dann im Detail - auf deutsch - drauf hatte, hab ich mir die spanischen Originaltexte nochmals zur Hand genommen und eine weitere - dieses Mal spanische - Zusammenfassung geschrieben und dann gelernt. So konnte ich in den 2,5 Stunden der Prüfung auch wirklich ALLES, was ich sagen wollte auf Spanisch wiedergeben.....jetzt hoffe ich nur noch, dass ich alle Fragen richtig verstanden habe und dass mein Dozent MEIN Spanisch dann auch versteht ;)!
Von der Prüfung heimgekommen, bin ich dann gleich mal in den Supermarkt losgezogen um für etwa 20 Personen einkaufen zu gehen....denn den Mädels - mit denen ich samstags immer in die Slums gehe - hatte ich versprochen, mal etwas Typisches zu kochen....und bei so einer Anzahl von Personen bietet sich "mein typisches" österreichisches Menü zu kochen an: Kaspressknödelsuppe, Kasnoggn und Kaiserschmarrn! Da besonders die Kaspressknödel immer ein riesiger Aufwand sind, mache ich ja gewöhnlich auch immer mehr...das heißt, am Dienstag habe ich noch knapp 90 Kaspressknödel gemacht...die Hälfte eingefroren und die andere Hälfte dann Mittwoch Abend in das Studentenwohnheim der Mädels mitgenommen, zusammen mit sämtlichen anderen bereits vorbereiteten Zutaten für die anderen Gänge.
Letztendlich waren wir dann 23 Personen, auf dem Foto hier ist nur ein Ausschnitt von einem der 3 Tische zu sehen.............alles in allem würde ich sagen, mal wieder ein sehr gelungener Abend!
Naja, und heute musste ich dann mal richtig früh aufstehen....um wieder in die Slums zu gehen...wo heute eine besondere Veranstaltung auf die Kinder gewartet hat. Nämlich befindet sich unmittelbar VOR dem besagten Armenviertel ein riesiger Kinokomplex mit BurgerKing und dergleichen. 2 Mal pro Jahr veranstalten die beiden Unternehmen einen freien Tag für sämtliche Kinder sämtlicher Armenviertel von Rosario. Zum einen ist das zu Weihnachten....und das andere Mal anlässlich des "Tages der Kinder", der erst kürzlich war. In Kleingruppen wurden also dann Kinder auch aus den anderen Armenvierteln mit Bussen angekarrt. Wir hatten bis etwa 9 Uhr morgens eine Truppe aus knapp 50 Mädels zusammengesammelt....und sie mit den Blumenarmbändern bestückt, die ich gestern noch gekauft hatte....um sie von den restlichen 3000 Kindern unterscheiden zu können, die mit anderen Aufsichtspersonen gekommen waren.
Gegen 10 Uhr hat dann der Disneyfilm "Fuerza G" begonnen.....und während dem Film bin ich andauernd nur mit ein paar Kindern auf die Toiletten gerannt, weil sie sich die Finger waschen wollten (die automatischen Wasserhähne und die Händetrockner waren einfach viel zu interessant). Danach sind wir auf dem Weg nach draußen eine halbe Ewigkeit angestanden, bis jedes Kind seine Kinder-Tüte vom BurgerKing samt Papierkrone erhalten hat und haben sie dann wieder zurück zu ihren Familien gebracht.
Als ich vorhin heimgekommen bin, habe ich erst einmal lange mit meinen Eltern über Skype telefoniert - Zeit ist´s geworden, gell!? Und bin jetzt gemütlich am Mate trinken!
Für morgen ist aber wieder ein aufregenderes Programm geplant.....ich werde berichten!!!
Von der Prüfung heimgekommen, bin ich dann gleich mal in den Supermarkt losgezogen um für etwa 20 Personen einkaufen zu gehen....denn den Mädels - mit denen ich samstags immer in die Slums gehe - hatte ich versprochen, mal etwas Typisches zu kochen....und bei so einer Anzahl von Personen bietet sich "mein typisches" österreichisches Menü zu kochen an: Kaspressknödelsuppe, Kasnoggn und Kaiserschmarrn! Da besonders die Kaspressknödel immer ein riesiger Aufwand sind, mache ich ja gewöhnlich auch immer mehr...das heißt, am Dienstag habe ich noch knapp 90 Kaspressknödel gemacht...die Hälfte eingefroren und die andere Hälfte dann Mittwoch Abend in das Studentenwohnheim der Mädels mitgenommen, zusammen mit sämtlichen anderen bereits vorbereiteten Zutaten für die anderen Gänge.
Letztendlich waren wir dann 23 Personen, auf dem Foto hier ist nur ein Ausschnitt von einem der 3 Tische zu sehen.............alles in allem würde ich sagen, mal wieder ein sehr gelungener Abend!
Naja, und heute musste ich dann mal richtig früh aufstehen....um wieder in die Slums zu gehen...wo heute eine besondere Veranstaltung auf die Kinder gewartet hat. Nämlich befindet sich unmittelbar VOR dem besagten Armenviertel ein riesiger Kinokomplex mit BurgerKing und dergleichen. 2 Mal pro Jahr veranstalten die beiden Unternehmen einen freien Tag für sämtliche Kinder sämtlicher Armenviertel von Rosario. Zum einen ist das zu Weihnachten....und das andere Mal anlässlich des "Tages der Kinder", der erst kürzlich war. In Kleingruppen wurden also dann Kinder auch aus den anderen Armenvierteln mit Bussen angekarrt. Wir hatten bis etwa 9 Uhr morgens eine Truppe aus knapp 50 Mädels zusammengesammelt....und sie mit den Blumenarmbändern bestückt, die ich gestern noch gekauft hatte....um sie von den restlichen 3000 Kindern unterscheiden zu können, die mit anderen Aufsichtspersonen gekommen waren.
Als ich vorhin heimgekommen bin, habe ich erst einmal lange mit meinen Eltern über Skype telefoniert - Zeit ist´s geworden, gell!? Und bin jetzt gemütlich am Mate trinken!
Für morgen ist aber wieder ein aufregenderes Programm geplant.....ich werde berichten!!!
Samstag, 19. September 2009
Rückblick 2. Monat
Die Zeit vergeht echt wahnsinnig schnell...am Dienstag habe ich schon in meinem Fach "Comercio internacional", also "internationaler Handel" meine Zwischenprüfung.....bis auf meinen morgigen Besuch in den Slums erwartet mich also ein reines Lernwochenende.....und das, während in München die Wiesn beginnt :(!
Naja......hier kommen zumindest einmal die Fotos meines letzten aufregenden Monats:
Naja......hier kommen zumindest einmal die Fotos meines letzten aufregenden Monats:
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| Rückblick 2. Monat |
Donnerstag, 17. September 2009
Abenteuer am 3-Länder-Eck
Letzten Freitag habe ich meine erste Präsentation auf Spanisch in der Uni gehalten, Samstag war ich dann noch ein paar Stunden in den Slums....und schon bin ich wieder 18 Stunden im Bus gesessen....dieses Mal in Richtung Norden nach Puerto Iguazu um zu den größten Wasserfällen der Welt zu fahren. Die Iguazu Wasserfälle befinden sich genau am Drei-Länder-Eck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay. Der größte und auch schönste Teil ist aber auf argentinischer Seite. Es sind dann mehrere Wege angelegt, die man ablaufen kann, um aus den verschiedensten Blickwinkeln - neben der gewaltigen Geräuschkulisse des Wasserrauschens - die Wasserfälle zu betrachten. Einige Wege sind sogar Stege, die einen kilometerweit über das Wasser führen und wo man dann auch gewaltig nass werden kann. Sonntag gegen Mittag angekommen, bin ich also schon einmal die meisten Wege auf argentinischer Seite abgelaufen, mit dem Motorboot noch halb unter einen kleineren Wasserfall gefahren (GoreTex-Klamotten sei Dank) und dann völlig gestresst nach Busfahrt und Entdeckungstour im Hostel angekommen. Dort hab ich einen Australier kennengelernt, mit dem ich noch eine Engländerin und einen Kalifornier zum Steak essen und Wein trinken gegangen bin. Am nächsten Morgen hätte ich dann beinahe meinen Wecker überhört und meine Safari verpasst....aber da in meinem Schlafsaal ein mords Lärm war, weil alle zum Frühstück sind, bin ich nach zumindest noch rechtzeitig aufgewacht. Die Safari war dann glücklicherweise etwas gemütlicher und hat mich quer durch den Regenwald geführt....die richtig wilden Tiere hab ich aber leider nicht gesehen, die haben wahrscheinlich auch noch geschlafen..! Im Nationalpark wieder angelangt, bin ich dann einen ganz versteckten Trail durch den Wald gelaufen..! Gleich am Anfang war gleich ein Warnschild, dass man auf Schlangen achten soll und dass gefährliche Tiere den Weg kreuzen können. Völlig verschreckt - vor allem auch, weil ich ja allein unterwegs war, bin ich diesen Weg dann ziemlich schnell gelaufen....nach einigen Kilometern und etwa 1 Stunde im Sauseschritt bin ich dann zu einem Mini-Wasserfall (naja, auch etwa 5-10 Meter) und einem Natur-Pool davor angelangt....also wie im Bilderbuch.....und dort waren dann auch andere Leute, was mich natürlich sehr beruhigt hat. Nach einer Brotzeit dort, habe ich mich beruhigt wieder auf den Rückweg begeben - dieses Mal in aller Ruhe, und so habe ich dann auch einen Affen auf Futtersuche in den Bäumen entdeckt! Am Dienstag, meinem dritten Tag bin ich dann per Taxi auf die brasilianische Seite des Wasserfalls gefahren. Dort gibt es nur einen einzigen Weg, den ich mir innerhalb von einer Stunde etwa schon angesehen habe...also genau die Stunde, die ich bis zu meinem "adventure" warten musste. Mit der Kulisse der Wasserfälle habe ich mich also 55 Meter in die Tiefe abgeseilt und bin dann auf eine Rafting-Tour gegangen. Nachdem ich noch ein Stück Schokoladentorte verdrückt habe, bin ich dann gemütlich wieder ins Hostel zurück. Gestern hat es dann geregnet und gewittert, also konnte ich meine Reit-Safari nicht mehr machen....somit bin ich spontan nach Paraguay auf einen Shopping-Ausflug gefahren. Paraguay ist sehr beligt zum Einkaufen.....und alles sieht echt heruntergekommen aus....vergleichbar mit einem Basar in der Türkei, nur etwa 10 Mal dreckiger, enger, und schneller. Letztendlich habe ich mir dann aber GAR NICHTS dort gekauft....aber ich war in Paraguay! Nach einem weiteren Cafébesuch bin ich dann gestern Nachmittag in meinen Bus gestiegen, und etwa 20 Stunden später wieder in Rosario angekommen. Jetzt muss ich mich noch auf meinen Spanischkurs rüsten und dann in die Uni gehen. Morgen folgen Fotos von allen meinen Erlebnissen des vergangenen Monats!
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