Freitag, 11. September 2009

Entdeckungstour durch Rosario

Da schon mal das WM-Qualifikationsspiel zwischen Argentinien und Brasilien in Rosario stattfinden sollte, hat sich das vergangene Wochenende ganz besonders für einen Besuch angeboten. Gesagt, getan.....erst recht, da ich ja zwei Eintrittskarten besorgen konnte....stieg Tina letzten Freitag nach der Uni in Buenos Aires in den Bus Richtung Rosario. Leider hatte dieser ne Panne und so kam sie nicht wie geplant kurz nach meinen Vorlesungen, sondern erst kurz vor Mitternacht hier an. Da in der WG der anderen Intercambios (internationale Studenten so wie ich) aber eine Party im Gange war, und Freitag Nacht mit den Mädels aus unserem Studiengang zum Weggehen reserviert war, sind wir dort nach unserem Mitternachtsmahl ganz nach dem Motto "je später der Abend, desto schöner die Gäste" aufgetaucht. In Argentinien geht man ja sowieso frühestens gegen 2 Uhr nachts erst in die Bars, Clubs und Diskotheken. Und so sind wir dann gegen halb 3 Uhr mit dem Taxi in "die" Disko Rosario´s aufgebrochen. Fast 2 Monate konnte ich mich also dagegen wehren eine Disko zu betreten, aber diese Nacht bin ich nicht ausgekommen. Bis etwa 4 Uhr sind wir dort tanzenderweise dann noch geblieben, und dann haben Tina und ich die restlichen etwa 20 Mädels weiterfeiern lassen und sind nach Hause. Bis Mittag in Ruhe geschlafen, sind wir den Samstag recht gemütlich angegangen, haben das Frühstück übersprungen und was Leckeres zu Mittag gekocht. Dann haben wir uns mit Lauri getroffen - die schon die Reise nach Santiago del Estero organisiert hatte - um mit ihr und einigen Anderen in das Armenviertel von Rosario zu gehen. Ausgerüstet mit Lutscher und Süßigkeiten für die Kinder sind wir dort wieder von Haus zu Haus gezogen, haben mit den Familien gesprochen und die Kinder zur nahe gelegenen Kapelle eingeladen. Literweise Trinkschokolade vorbereitet, hat jedes Kind weitere Süßigkeiten und "Kaba" bekommen. Und schon war es wieder Abend....so sind Tina und ich zurück in die Wohnung, haben uns was Warmes angezogen, die Eintrittskarten für das Spiel geschnappt und sind mit dem Taxi so nah es ging ans Stadion gefahren. Mit dem Menschenmassen sind wir dann den nächsten Kilometer weitergelaufen und haben uns auf dem Weg noch eine argentinische Flagge bei den Straßenverkäufern besorgt. Dann hieß es stundenlang warten...bis wir im Stadion waren und bis das Spiel endlich begonnen hat. Zugegebenermaßen hat die argentinische Mannschaft echt schlecht gespielt...vor allem die Pässe waren abenteuerlich, und so war es dann auch kein Wunder, dass die brasilianische Mannschaft gewonnen hat :(! Die Stimmung in Rosario bei all den Leuten, die aus dem ganzen Land hierher gekommen sind, war demnach wirklich nicht so rosig. Bedrückt haben alle Leute das Stadion verlassen, und alle Taxis waren natürlich belegt, so sind Tina und ich etwa 1 Stunde Richtung Stadtmitte gelaufen, bis wir für die letzten Blöcke doch noch ein Taxi erwischt haben. Nach einem kurzen Schlummertrunk bei mir ums Eck sind wir dann müde ins Bett, ein anstrengender Sonntag sollte uns ja erwarten. Für Sonntag hatte ich nämlich eine kombinierte Fahrrad-Kajak-Tour durch die Stadt gebucht. Sebastián ist mit uns per Radl also sämtliche Sehenswürdigkeiten abgefahren und hat uns die entsprechenden Hintergrundinformationen dazu geliefert. Nach knapp 2 Stunden auf dem Fahrrad sind wir flussaufwärts an einem Strand angelangt, wo die Kajaks auf uns gewartet haben. Nach einer weiteren Stunde flussaufwärts paddeln, haben wir diesen überquert und sind zu einer kleiner Insel gelangt - ganz idyllisch, wo wild Tiere leben, und andere Leute am Wochenende per Boot und Kajak hinkommen und die Natur genießen. Etwa eine Stunde sind wir auf der Insel geblieben, haben uns ausgeruht, Mate getrunken und Kekse gegessen, bevor wir wieder mit dem Kajak und zu guter letzt mit dem Fahrrad in die Stadt zurückgekehrt sind. Die Sonne war gerade untergegangen, und Tina und ich haben uns wieder zurück Richtung Fluss aufgemacht, um den dortigen Kunstmarkt zu besuchen, der jedes Wochenende dort stattfindet. Daraufhin sind wir hungrig in die Wohnung zurückgekommen und haben Artischoken mit Sauce Vinaigrette gespeist. Montag Vormittag sind wir also nur noch etwas durch die Stadt gelaufen, haben uns das Geburtshaus Che Guevara´s angesehen, sind in die Kathedrale und zum Monumento de la Bandera (das Flaggendenkmal, weil ja die Flagge Argentiniens in Rosario designt wurde). Und gegen Mittag ist Tina mit dem Bus dann wieder Richtung Buenos Aires aufgebrochen, während für mich der Alltag wieder angefangen hat.
Morgen - nachdem ich den Nachmittag in den Slums von Rosario verbracht haben werde - werde ich mit dem Nachtbus zu den Wasserfällen von Iguazú aufbrechen, den größten Wasserfällen der Welt (5-mal größer als die Niagarafälle). Mein Bericht folgt also dann nächste Woche!
Alles Liebe, eure Verena

Mittwoch, 9. September 2009

Meine Odysee zur Eintrittskarte...

Inzwischen liegt es ja schon eine Woche zurück, dass ich mal wieder etwas ganz Verrücktes gemacht habe! Aber manchmal heiligt der Zweck nun einmal die Mittel!!! Seit Wochen schon wurde in Argentinien und speziell in Rosario auf ein Großereignis der besonderen Art hingefiebert. Fußball nimmt in Argentinien ja einen hohen Stellenwert ein, und wenn es dann auch noch um ein Qualifikations-Spiel zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika geht.......ohooo! Der Gegner sollte eine ebenso starke Mannschaft sein - nämlich Brasilien - und das Spiel ausgerechnet hier in Rosario am 5. September stattfinden!!!!!
Die Eintrittskarten wurden aber ausschließlich hier in Rosario verkauft, und das in 2 Etappen. Die teureren Tickets, von denen es weniger gab und auf die der Ansturm geringer sein sollte, würden am Mittwoch, den 2. September zwischen 9 und 18 Uhr verkauft werden und die günstigeren auf die schon ein riesiger Ansturm sein Wochen erwartet wurde am Freitag den 4. September. Nadège (eine Französin, auch auf Auslandssemester hier) und ich sind also am letzten Dienstag nach der Vorlesung mit etwas Verpflegung, warmen Klamotten und einem Schlafsack zum Fußballstadion aufgebrochen um uns anzustellen. Gerüchten zufolge sollten bereits 3000 Personen dort am campieren sein....und so war es auch. Irgendwo im Wohnviertel ums Eck vom Stadion stellten wir uns dann ganz hinten an, beziehungsweise lehnten wir uns in unseren Schlafsäcken an die Mauer an und schliefen ein wenig. Irgendwann gegen 3-4 Uhr morgens war dann ein riesiger Tumult. Alle Leute packten wie wild ihre Sachen und fingen an "um ihr Leben" zu laufen - also stiegen wir aus unserem Schlafsack und liefen mit unseren Sachen in den Armen den Anderen hinterher, bis wir direkt am Stadion angelangt waren wo eine sehr dichte, drängelnde Schlange auf uns wartete und wir uns ganz hinten eingliederten. Kaum dass wir unsere Schlafsäcke wieder in die Rucksäcke gestopft hatten, fing es dann zu regnen an (ach wie gut, dass ich mit GoreTex-Schuhen, Regenhose und Regenjacke gekommen war ;)!)! Und in dieser Menschenmasse sollten wir dann noch bis etwa 14 Uhr stehen, als wir schon ziemlich am Anfang der Schlange waren....denn dann sagte uns einer der netten Polizisten (die teilweise auf Pferden und alle mit riesigen Gewehren und sonstiger Kampfausrüstung ausgestattet waren), dass wir wieder nach Hause gehen sollen, weil alle 12.000 Tickets schon an die 6.000 Personen (2 Tickets pro Person wurden abgegeben) vor uns verkauft wurden!!!! Na super.....enttäuscht zogen wir mitsamt der etwa 400 Personen vor uns - und einigen weiteren tausend Personen hinter uns von dannen. Bei diesem Ansturm haben wir dann glücklicherweise auch kein Taxi zurück in die Stadt bekommen und mussten erst noch einige Kilometer gehen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich am Mittwoch also ziemlich fertig war! Aber....was nicht auf "normalem Weg" geht, könnte ja mit Köpfchen gehen......! Deswegen habe ich mich Freitag Vormittag von einem Taxi zum Ausgang der Verkaufsschalter am Stadion fahren lassen, habe etwa 50 Personen angequatscht ob sie mir ihr Ticket verkaufen würden......und gegen einen kleinen Aufpreis habe ich dann 2 Personen gefunden, die mir jeweils 1 Ticket verkauft haben!!!!!!! GESCHAFFT!!!!!!!!!! Tina - die mich dieses Wochenende aus Buenos Aires besuchen wollte - und ich hatten also eine Eintrittskarte!!!!
Über das gesamte Wochenende und letztendlich auch das Spiel am Samstag berichte ich aber im nächsten Post...!
Hier noch ein Link, damit ihr seht, wo und wie und mit wem ich alles campiert habe: http://www.kicker.de/news/video/1019971/video_Fussballfieber-vor-Gran-Clasico.html

Donnerstag, 3. September 2009

Vreni goes social....

...oder auch "Viaje solidario a Santiago del Estero"!
Da die Universidad Austral, an der ich mein Auslandssemester absolviere eine katholische Hochschule ist und wir einen eigenen Priester an der Uni haben, wird einmal im Jahr eine freiwillige Reise mit sozialem Hintergrund organisiert. Katholisch wie es sich gehört, gibt es dann auch zwei verschiedene Projekte, damit Jungs und Mädels auch brav getrennt unterwegs sind.
Letzten Mittwoch ging es los, wir haben uns spät abends am Busbahnhof von Rosario getroffen um mit dem Nachtbus in das etwa 800km entfernte Santiago del Estero zu fahren. Donnerstag früh dort angekommen, wurde gleich mit Frühstück im Pfarrheim auf uns gewartet, wo wir 20 Mädels in einem Saal gemeinsam dann auch bis Sonntag geschlafen haben. Kaum dass wir uns unserer Sachen entledigt und notdürftig unsere Schlafplätze hergerichtet haben, sind wir auch schon zu Fuß die 30 Blöcke losgegangen, bis wir an einer Kapelle am Rande der "Slums" angelangt sind. Diese Kapelle sollte dann auch für die darauf folgenden 3 Tage unser Tätigkeitsort sein. Wir haben den dazugehörigen Aufenthaltsraum neu gestrichen und verschiedene Aktivitäten für die Familien - vor allem die Kinder - aus dem Viertel organisiert. Aber das Wichtigste, nämlich mit den Familien in Kontakt zu treten, kam zuerst. In Kleingruppen sind wir von "Haus" zu "Haus" gelaufen...die Häuser waren aber mehr Baracken von etwa 10 m², in denen teilweise Familien von 15 Personen gewohnt haben...ohne sanitäre Anlagen versteht sich! Gäbe es die Schulspeisung nicht, würden die Leute hier erbarmungslos verhungern, Arbeit haben die meisten nicht, und wenn doch, dann geht das wenige Geld das sie haben für die meist alkoholsüchtigen Männer drauf. In den wenigen Tagen haben wir insgesamt etwa 100 Familien besucht und sie für unser Nachmittagsprogramm eingeladen. Nach oder auch während den Besuchen im Viertel hat ein Teil von uns den Aufenthaltsraum der Kapelle neu gestrichen. Die Kleiderspenden, die wir aus Rosario mitgebracht haben, haben wir also nachmittags unter die Leute gebracht...von denen die meistens nocht nicht einmal Socken oder Schuhe anhatten. Für die Kranken gab es eine Ärztin unter uns, und ansonsten haben wir uns mit den Kinderscharen beschäftigt. Der Abschluss des Abends war dann immer ein gemeinsamer Gottesdienst. Und bei so viel Armut kann man sich dann schon manchmal fragen, warum die Leute doch so gläubig sind; aber man sieht, dass sie für das wenige, was sie haben dankbar sind....und die größte Freude konnten wir einer Familie machen, weil 2 Kinder im Grundschulalter noch getauft werden konnten und wir sogar passende Kleider auftreiben konnten! Auf jeden Fall kann man nicht von der Armut wegsehen und für diese paar Tage haben wir den Leuten unsere Aufmerksamkeit geschenkt und zugehört und ihnen allein schon dadurch geholfen....wie ich hoffe! Sonntag Abend sind wir dann völlig geschafft von den langen und anstrengenden Tagen in der Winterhitze von etwa 40°C täglich wieder in den Nachtbus gestiegen und Montag Vormittag nach Rosario zurück gekehrt....das nächste Abenteuer sollte hier schon wieder anstehen...mehr dazu im nächsten Post,
eure Vreni

Donnerstag, 27. August 2009

Von Hauptstadt zu Hauptstadt

Kurz vor Abflug, also inzwischen schon vor 6 Wochen hatte mich mein Reisebüro ja darauf aufmerksam gemacht, dass ich mit One-Way-Ticket irgendwie einen Beweis am Flughafen vorbringen können muss, dass ich innerhalb von meinem 90-Tage-Touristen-Visum wieder ausreise. Die einfachste Lösung war da, ein Busticket von Buenos Aires nach Montevideo, also der Hauptstadt von Uruguay zu lösen. Weit weg war es sowieso nicht, und so ist dieser Ausflug per Zufallsprinzip auf das vergangene Wochenende gefallen.
Da ich also sowieso schon nach Buenos Aires für dieses kombinierte Schiff-Busticket, bin ich also 2 Tage früher schon dorthin gefahren, um nach 5 Wochen Argentinien endlich auch mal "meine Hauptstadt" und das liebe Tinalein zu besuchen, die ihr Auslandssemester in Buenos Aires macht.
Mittwoch Abend war also reine Begrüßung...und wir haben uns von unseren bisherigen Erfahrungen und Erlebnissen berichtet.
Donnerstag sind wir früh aufgestanden und zu Fuß ein paar Kilometer durch die schönsten Viertel der Stadt zu laufen. Neben ein paar "kleineren" Sehenswürdigkeiten sind wir dann auf dem Recoleta Friedhof gelandet, wo auch Evita begraben ist. Nach dem Mittagessen ist Tina dann in ihre Vorlesung gegangen und ich bin noch 3 Mal kreuz und quer das ganze Stadtzentrum abgelaufen, um sämtliche Sehenswürdigkeiten abzuklappern - natürlich auch die Straße des 9. Juli, welche die breiteste Straße der Welt ist!!! Abends gegen 19 Uhr haben wir uns dann im Kulturzentrum von Recoleta getroffen, um auf ein Konzert zu gehen, welches im Rahmen des Tango-Festivals stattfand. War natürlich sehr praktisch, dass das Hard Rock Café Buenos Aires gleich daneben gelegen ist, so haben wir dort zu Abend gegessen und noch einige Cocktails geschlürft!
Freitag war dann nichts besonderes los....ich hab ewig in nem Café wieder meine Vokabeln gepaukt und bin dann gemeinsam mit Florian - dem anderen Intercambio aus Innsbruck in Rosario - nach Montevideo gefahren. Nach etwa 4 Stunden Fahrt angekommen bei dem dortigen Couchsurfer, haben wir noch einen weiteren Gast von ihm kennengelernt - Sol, eine Dänin die fließend deutsch spricht.
Samstag sind wir dann also zu dritt in die Stadt gestartet und mal wieder kreuz und quer alles abgelaufen, bis wir dann am Abend auf einem Markt gelandet sind wo wir noch eine ganze Gruppe von Deutschen kennengelernt haben, deren Familien vor einigen Jahrzehnten nach Montevideo ausgewandert sind. Nachdem der Markt am Hafen geschlossen hatte, wurden wir dann noch in ihr Haus eingeladen und haben dort weiter gefeiert.
Sonntag war dann wiederum ruhiger und die Rückfahrt nach Buenos Aires stand auf dem Programm, wo ich noch eine weitere Nacht bei Tina verbracht habe.
Am Sonntag Abend wollten wir´s wissen, sind dann in das Kino ihrer Wohnung gegenüber gegangen, und haben uns einen komplett argentinischen Film ohne Untertitel angesehen....und wir haben ihn sogar verstanden - naja, nicht jedes einzelne Wort, aber immerhin!!
Montag sind wir also wieder früh aufgestanden und haben mit dem Touristen-Doppeldecker-Bus eine 3-stündige kommentierte Fahrt durch die Stadt gemacht. Nach einem letzten Café-Besuch bin ich danach wieder Richtung Rosario aufgebrochen...schließlich hat die Uni gerufen!
Und jetzt gerade bin ich auch schon wieder auf dem Sprung, da in 1 Stunde bereits mein Nacht-Bus nach Santiago del Estero für ein Projekt von der Uni aus startet. Montag komme ich zurück und werde berichten!
Bussal vom Vrenal

Dienstag, 18. August 2009

Spontaner Ausflug auf ein Festival

Also die argentinische Mentalität setzt sich vor allem aus 2 Komponenten zusammen. Zum einen braucht man für alles etwas länger und muss alles etwas ruhiger angehen, mit "Stresserei" dauert es nämlich gleich mal NOCH länger - sprich man muss sich unter- bzw. einordnen.
Zum anderen darf man hier unter keinen Umständen langfristig planen. Das Verständnis von "langfristig" ist aber auch wieder differenziert zu beurteilen. Langfristig plant man in Argentinien nämlich, wenn man für den nächsten Tag schon was vor hat!!!
Nun ja, auf jeden Fall habe ich gestern Mittag von einem Festival gehört, das stattfindet, und irgendwie konnte sich dann keiner recht entschließen, ob man dort hinfährt oder es doch sein lässt, und was genau das für ein Festival überhaupt ist, ob Bus, Auto, wie auch immer....! Gegen 16 Uhr wusste ich dann endlich, dass das eine Art "Karneval-Festival" ist, das auch nur eine Nacht lang dauert, und dass ich 4 Leute kenne, die dorthin mit dem Auto fahren und demnach noch einen Platz für mich frei hatten! Also hieß es dann, dass ich um 17 Uhr einige Straßen weiter bei Sara in der Wohnung sein soll - verkleidet! Hm......super......was haben wir denn da an Verkleidung!?!? NIX.....naja, außer mein Mini-Dirndl.....gesagt, getan, schnell die Tasche gepackt und ab zu Sara (eine Couchsurferin, ursprünglich aus Spanien, die hier in Rosario als Psychologin arbeitet - und aufgrund eines mehrjährigen Aufenthalts in Deutschland fließend deutsch spricht).
Mario (der Fahrer) und Daniel (im Mönchkostüm) standen dann auch kurz darauf vor der Tür und schon ging es los......Silvina noch auf dem Weg abzuholen und dann 2 Stunden Richtung Santa Fe (die Hauptstadt der Provinz) und weiter ins benachbarte Paraná zu fahren.
Das Festival findet übrigens zu Ehren von José de San Martin statt, der die Unabhängigkeit von Argentinien, Chile und Peru bewirkt hat. Sein Todestag ist der 17. August, und deshalb ist das ein Staatsfeiertag hier. Seit ein paar Jahren ist daraus dieses Kostümfest in Paraná entstanden.
In der Zwischenzeit hatten sich dann auch Nadège aus Frankreich und Roberta aus Litauen durchgerungen, mit dem Bus nachzukommen. Die beiden sind mit mir in Rosario auch Austauschstudentinnnen. Gegen Mitternacht haben wir die beiden dann am Busbahnhof abgeholt, und sind auf irgendein Feld außerhalb der Stadt gefahren. Geparkt wurde irgendwie wild am Straßenrand....das schert hier nämlich eh keinen!
Naja, und so haben wir dann gestärkt vom Abendessen - in der Stadt selbst - die ganze Nacht mit etwa 15.000 anderen Leuten bis etwa halb 8 Uhr morgens von einem Zelt zum nächsten tanzenderweise verbracht....haben dann kurz im Auto geschlafen, und sind daraufhin wieder zurück nach Rosario gefahren! Gestartet haben wir die Nacht allerdings mit einem kollektiven "Riesen-Schiff-Schaukeln" ;)!
Aufgrund der Müdigkeit ist mein Tag in Rosario dann auch entsprechend ruhig ausgefallen. Erst bin ich über einen Floh- und Kunstmarkt im Park gelaufen und dann hab ich noch meinen "argentinischen Bruder" Lisandro besucht.....wir haben gekocht, und nachdem ich etwas spanisch ferngesehen habe, bin ich nun auf dem Weg ins Bett!
Buenas noches, Vreni

Samstag, 15. August 2009

Erste Uniwoche, Umzug, "1-monatiges"

Inzwischen ist ein ganzer Monat vergangen, den ich nun schon in Argentinien bin!! Die Zeit vergeht wirklich schnell!! Wegen der "gripa A" hat die Uni letztendlich ja auch eine Woche später begonnen als erwartet, wodurch ich gestern erst meine erste Vorlesungswoche beendet habe und noch etwas Zeit zum Skifahren gefunden habe ;)! Gleichzeitig konnte ich mir heute meinen Wohnungsschlüssel abholen und unabhängig von Couchsurfing in meine eigenen 4 Wände für die nächsten 4 Monate einziehen! Ein wirklich tolles Zimmer in einer super modernen und geräumigen Wohnung in bester Lage....mit 2 Spanisch-sprechenden Mitbewohnerinnen, Bilder folgen mal wieder ;)!
Also mein Stundenplan ist soweit ganz angenehm: jeweils Dienstag und Donnerstag von 18-19.15 und Freitag von 15-19.15 Uhr! Nebenher ist halt noch einiges mehr für die einzelnen Vorlesungen zu lesen und vorzubereiten und ganz nebenbei darf ich dann ja auch noch ein paar weitere wissenschaftliche Arbeiten für Innsbruck verfassen und meine Bachelorarbeit I bis Januar nach Innsbruck geschickt haben.....also viel Internetrecherche und Arbeit in Eigenregie!
Nachdem ich den ganzen Abend mit Räumen in meinem Zimmerchen beschäftigt war, wartet nun die erste Nacht hier auf mich! Morgen muss ich früh raus, Einkäufe erledigen und mittags dann zum "asado" - also zum Fleisch essen! Der Feiertag Maria Himmelfahrt ist hier erst am Montag, also haben dann 2 Tage die Geschäfte nicht offen, da will vorgesorgt werden!
Zu meinem ersten Monat hab ich nun eine kleine Fotostrecke erstellt, und im Picasa auch kommentiert.
Gute Nacht, Verena
Rückblick 1. Monat

Donnerstag, 6. August 2009

Winter-Wonder-Land

Also ich glaube so langsam wirklich dass DAS die "time of my life" ist....auch wenn ich das schon einige Male vorher gedacht habe....aber ein Superlativ jagt nun einmal den naechsten! Ich sitze also jetzt gerade nach 26 Stunden durchgehender Busfahrt von Rosario in einem mit Innsbruck vergleichbaren Dort-Kaff namens Bariloche. Durch Couchsurfing mal wieder untergebracht wohne ich hier in einem gemuetlichen kleinen Haeuschen mit 4 gutaussehenden, argentinischen Luftfahrt-Ingenieuren....habe mein eigenes Zimmer und geniesse einen tollen "Skiurlaub"! Gestern hat es den ganzen Tag geschneit, aber das nur knapp 20km entfernte Ski-Resort war den Besuch dennoch wert.......ausgeruestet mit 2 Hosen plus Regenhose und 2 Pullis plus Regenjacke war ich mehr oder weniger auch gewappnet fuer die herrschenden Bedingungen! Am Abend davor sind wir schliesslich ja auch nur in eine kleine Hausbrauerei gegangen und haben etwas Bier getrunken. Gestern haben die Jungs dann am Abend ein typisch argentinisches Essen zubereitet, also 3kg Fleisch fuer 5 Personen, gegrillt in der Feuerstelle des Wohnzimmers!! Einfach toll!!!!! Der heutige Skifahrtag war sehr durchwachsen! Erst waren ja alle Lifte gesperrt aufgrund des Sturms und des heftigen Schneefalls (insgesamt knapp 1 Meter Neuschnee seit gestern), aber das hat zumindest Zeit verschafft, einen riesigen Schneemann zu bauen....und gegen 11 Uhr haben dann doch noch alle Lifte geoeffnet und es hat komplett aufgezogen, sodass wir einen Tag in kompletten Sonnenschein bei besten Pistenverhaeltnissen verbringen durften! Als wir gegen 19 Uhr wieder nach Bariloche zurueck gekehrt sind, hab ich die Meute erst mal zum Einkaufen in den Supermarkt geschleppt....und waehrend die Jungs daheim duschen und Nickerchen machen waren, habe ich dann alles fuer meine "Revanche" fuer gestern vorbereitet. So haben wir heute Abend (normale Abendbrot-Zeit ist etwa 22 Uhr) ein 3-gaengiges oesterreichisches Menue gegesssen: Kaspressknoedelsuppe, Kasnoggn und als Nachspeise Kaiserschmarrn! Sehr lecker!! Naja, und jetzt sollte ich mich auf den Weg ins Bett machen, da mein Wecker sehr bald wieder klingelt zu meinem dritten und letzten Skifahrtag hier in Bariloche! Bis bald, gute Nacht, eure Vreni